Unklarheiten im Anmeldeverfahren zur Kinderbetreuung

So war eine Anfrage an den Jugendhilfeaussschuss der CDU im August 2019 betitelt. Eltern hatten die Fraktionsmitglieder kontaktiert und darauf aufmerksam gemacht, dass die Platzvergabe der Kindertagesstätten intransparent und wenig nachvollziehbar ist.

Wir haben für euch die Antworten der Verwaltung sinngemäß zusammengefasst:

Da die freien Träger von Kindertagesstätten ihre Betreuungsplätze in eigener Regie vergeben, beziehen sich die Antworten nur auf das Platzvergabeverfahren der Stadt Göttingen.

Alle Anmeldungen für städtische Kintertagesstätten werden in ein spezielles EDV-Programm eingepflegt. Eltern können eine Anmeldung in ihrer Wunsch-Kita vor Ort, im Fachdienst Kindertagesstätten oder über das KiTa-Portal online (Anmeldebogen als herunterladbares PDF) vornehmen.

Nach Ablauf der Anmeldefrist (01.11. – 20.12.) erfolgt die Platzvergabe unter Zugrundelegung der vom Rat der Stadt Göttingen verabschiedeten Vergaberichtlinien. Anmeldungen nach der Anmeldefrist sind möglich, werden jedoch bei der ersten Platzvergabe nicht berücksichtigt.

Das gesamte Anmelde- und Vergabeverfahren für die städtischen Kindertagesstätten wird von zwei Mitarbeiterinnen (1,66 VZÄ) bearbeitet.

Die Vergabekriterien sind in §4 der vom Rat der Stadt Göttingen verabschiedeten KiTa-Ordnung festgelegt. Wesentliche Kriterien sind der Erstwohnsitz der Familie in Göttingen, die besondere persönliche Situation eines Kindes bzw. seiner Eltern (z.B. Familie wird vom FD Sozialdienst betreut) sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Gewichtung:

  • Kind wird vom FD Sozialdienst vorgeschlagen
  • Kind wird im laufenden Kindergartenjahr schulpflichtig
  • Kind lebt bei einem Elternteil unter Beachtung des Umfangs der Berufstätigkeit
  • Kind lebt bei beiden Eltern unter Beachtung des Umfangs der Berufstätigkeit

Die Kriterien sind §4 der Kita-Ordnung entnommen. Die Kita-Ordnung ist im Kita-Portal hinterlegt oder kann in der Kindertagesstätte vor Ort oder im FD Kindertagesstätten eingesehen werden. Die Kriterien haben seit Anfang 2000 Bestand und es wurden seither keine Änderungen an den Kriterien vorgenommen.

Im September 2019 folgte eine weitere Initiative der CDU-Ratsfraktion hinsichtlich eines Investitionsplans zum Ausbau der Kitabetreuung.

Wir halten euch auf den Laufenden!

Göttingen verschläft Digitalisierung der Kita-Anmeldung

Zu dieser Erkenntnis kamen am Mittwoch, den 20.3.2019 die Gäste der Vortragsveranstaltung zur KiTa-Online-Anmeldung des Kita-Stadtelternrates Göttingen im Holbornschen Haus. Als Referenten waren Lutz Kiefer, Erster Gemeinderat im Flecken Bovenden und Leiter im Amt für Finanzen, Ordnung und Soziales, sowie Frank Tändler, Vertriebsleiter der Little BirdGmbH Berlin, vor Ort und informierten überdie Einführung und Umsetzung eines Kita-Online-Anmeldeportals.

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In ganz Deutschland und mittlerweile auch im Landkreis Northeim und im Flecken Bovenden werden bereits zentrale Online-Anmeldeverfahren mit guter Resonanz der Eltern, Stadtverwaltung und Kita-Träger eingesetzt. Lutz Kiefer zeigte die positiven Folgen eines zentralen Anmeldeportals am Flecken Bovenden auf. Göttingen bleibt allerdings bisher noch ein gallisches Dorf mit einer bisweilen chaotischen, intransparenten und für alle Beteiligten anstrengenden Anmeldeprozedur für die begehrten Betreuungsplätze.  In den Vorträgen kam sehr deutlich hervor, dass ein zentrales Online-Anmeldeverfahren für alle Beteiligten Vorteile bringt:     

  • Personen-bezogene Daten müssen nur einmal in das System eingegeben werden, anstatt verschiedenste Anträge mit immer denselben Fragen auszufüllen und zu verschicken. 
  • Dabei bleibt der gesamte Anmeldeprozess transparent, wodurch ständiges Nachfragen bei Kitas und Stadtverwaltung deutlich reduziert wird.
  • Freie Plätze werden effizienter und vor allem früher verteilt. 
  • Mehrfachvergabe von freien Plätzen wird ausgeschlossen, wodurch Chancengleichheit entsteht. 
  • Wartelisten können von der Verwaltung effektiver bearbeitet werden. Es ist ein Konzept rund um Planungssicherheit und Übersicht über den Bedarf an KiTa-Plätzen. Kritische Fälle, wie jene, die trotz Mehrfachanmeldungen bei den unterschiedlichen Trägern noch heute auf einen KiTa-Platz ab August warten, können schneller versorgt werden.
  • Man kann von Service-orientiertem Arbeiten sprechen, welches nicht nur unötige Bürokratie vermeidet, sondern auch den Trägern und KiTas mehr Raum gibt, um ihre Gruppen nach ihren individuellen Kriterien aufzubauen ohne zeitliche Verzögerungen durch doppelte Platzvergaben.
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Der Kita-Stadtelternrat sieht eine zentrale Online-Anmeldung als deutlichen Gewinn für alle. Das Anmeldeverfahren wird dadurch schneller, transparenter und für alle Beteiligten weniger bürokratisch. Es ist keine Blackbox mehr. Warum die Stadt Göttingen es immer noch nicht geschafft hat, wie andere Kommunen im Umkreis, solch ein Anmeldeportal einzuführen, ist für den Kita-Stadtelternrat  nicht nachvollziehbar, zumal sich die Kosten im Rahmen halten.  Als kinderfreundliche Stadt ist es höchste Zeit, hier nachzuziehen und die Verwaltung der Kinderbetreuung im 21. Jahrhundert ankommen zu lassen.