Petition zum Personalnotstand

Eine Mail mit einer Petition an den Niedersächsichen Landtag zum Thema “Personalnot in den Kindertagesstätten im südlichen Hamburger Umland” erreichte uns kürzlich aus dem Kreis Harburg. Passend finden wir!

Hier könnt ihr euch die Petition durchlesen und hoffentlich unterstützen. Nehmt dafür einfach eine Unterschriftenliste mit in die KiTa!

Die LEV NDS hat diese Petition unter folgendem Motto weitergeleitet: Das Beste für unsere Kinder können wir nur erreichen, wenn die Großen sich für die Kleinen stark machen.

Setzen wir das also um! Von unserer Seite schon heute DANKE, dass ihr diese Petition unterstützt!

Austausch zum Thema “Fachkräftemangel”

“Deutschland fehlen 106.500 Erzieher” – so lautete eine Überschrift der FAZ im September 2019. Auch in Göttingen fehlen pädagogische Kräfte an allen Ecken und Enden. Wie soll sich die Qualität in den Einrichtungen verbessern, wenn nicht mal die Basis vorhanden ist?

Das ist nur eine von vielen Fragen, die uns zu diesem Thema umtreibt. Deswegen wollen wir dieses Thema genauer beleuchten. Informationen sammeln, Gespräche führen und für alle zugänglich machen – in einer offenen Veranstaltung!

Ideen gesucht – Unterstützung erbeten! ;o)

Was interessiert euch? Wünscht ihr euch ein WordCoffee, eine Filmvorführung zum Thema oder eine Podiumsdiskussion? Habt ihr andere Ideen? Wir brauchen eure Unterstützung! Einfach hier in den Kommentaren posten oder eine Mail an kontakt@kita-eltern-goettingen.de schreiben!

  1. Die Doppelbelastung durch Homeoffice und Kinderbetreuung zehrt an den Nerven. Die Möglichkeit, Homeoffice zu machen, wird mittlerweile oft gleichgesetzt mit…

Platz schaffen!?! Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen? KiTa-Bedarfsplanung!

Über den Antrag „Investitionsplan zum Ausbau der Kinderbetreuungsplätze“ (Antrag der CDU-Ratsfraktion vom 27.08.2019) der KiTa hatten wir euch schon informiert. Auch das Göttinger Tageblatt hatte Mitte November auf diese Problematik verwiesen (“Kita-Ausbau: Grone und Weststadt haben Priorität“, 14.11.2019). Die SPD hatte bereits im Mai 2019 einen Antrag im JHA (“Kitabedarfsplanung neu aufstellen – Strategisches Kita-Ausbauprogramm”) diesbgezüglich eingereicht.

Mit diesem Bericht fassen wir kurz die Informationen aus dem letzten JHA zu dieser Problematik zusammen. Das offizielle Protokoll der November-Sitzung könnt ihr downloaden.

Es wird von einer angespannten Situation der Kapazität von Betreuungsplätzen berichtet: “Man habe seit Jahren eine hohe Zahl an Geburten, niedrigere Wanderungsverluste bei Kindern als erwartet sowie die Zuwanderung von Flüchtlingen. Diese Faktoren führten dazu, dass im Krippen- und Kindergartenbereich eine Unterversorgung bestehe. Außerdem gebe es ein Personalproblem. Im laufenden Jahr hätten 20 pädagogische Mitarbeiter*innen um einen Auflösungsvertrag gebeten.”

Es enstspinnt sich eine Diskussion um alt-bekannte Probleme: “Wie kommt die Bedarfsplanung zu stande”, “Ausbildung der Erzieher stärken bei gleichzeitigem Mangel an Lehrkräften”, “betriebsnahe Einrichtungen”…

“Die Einrichtung von Großtagespflegestellen gestalte sich schwierig und werde den Mangel an Betreuungsplätzen nicht auffangen können. Man strebe eine Versorgungsquote von 98 – 100% bei Kindergärten an. Bei der Versorgung der 1- und 2-jährigen gehe man von einem Bedarf von etwa 75% aus.”

Eine mögliche nachhaltige Lösung scheint in weiter Ferne. Im nächsten JHA am 12.12.2019 soll über die Möglichkeit einer mobilen KiTa berichtet werden.

Frau Mecke (CDU) möchte gern dem Thema Kintertagesstätten eine höhere Priorität geben und schlägt der Verwaltung die Bildung eines “runden Tischs” vor. Sie wird darauf hingewiesen, dass es bereits Planungskonferenzen gibt und oftmals vielfältige Interessen berücksichtigt werden müssen. So kann man Unternehmen den Bau von Kindertagesstätten nicht aufnötigen, da diese selbst Berdarfserhebungen durchführen und entsprechend handeln.

Es kommt zudem zur Sprache, dass die Stadt keine Einrichtungen zu bauen gedenkt. Mittlerweile haben auch die ersten Eltern erfolgreich einen Rechtsanspruch auf einen KiTa-Platz eingeklagt. Das lässt Spielraum für Diskussionen, ob der Bau einer KiTa nicht günstiger ist als die Ansprüche aus Gerichtsverfahren zu erfüllen.

Die Anträge wurden jeweils einstimmig angenommen. Wir dürfen also gespannt sein, wie es weiter geht.

Unklarheiten im Anmeldeverfahren zur Kinderbetreuung

So war eine Anfrage an den Jugendhilfeaussschuss der CDU im August 2019 betitelt. Eltern hatten die Fraktionsmitglieder kontaktiert und darauf aufmerksam gemacht, dass die Platzvergabe der Kindertagesstätten intransparent und wenig nachvollziehbar ist.

Wir haben für euch die Antworten der Verwaltung sinngemäß zusammengefasst:

Da die freien Träger von Kindertagesstätten ihre Betreuungsplätze in eigener Regie vergeben, beziehen sich die Antworten nur auf das Platzvergabeverfahren der Stadt Göttingen.

Alle Anmeldungen für städtische Kintertagesstätten werden in ein spezielles EDV-Programm eingepflegt. Eltern können eine Anmeldung in ihrer Wunsch-Kita vor Ort, im Fachdienst Kindertagesstätten oder über das KiTa-Portal online (Anmeldebogen als herunterladbares PDF) vornehmen.

Nach Ablauf der Anmeldefrist (01.11. – 20.12.) erfolgt die Platzvergabe unter Zugrundelegung der vom Rat der Stadt Göttingen verabschiedeten Vergaberichtlinien. Anmeldungen nach der Anmeldefrist sind möglich, werden jedoch bei der ersten Platzvergabe nicht berücksichtigt.

Das gesamte Anmelde- und Vergabeverfahren für die städtischen Kindertagesstätten wird von zwei Mitarbeiterinnen (1,66 VZÄ) bearbeitet.

Die Vergabekriterien sind in §4 der vom Rat der Stadt Göttingen verabschiedeten KiTa-Ordnung festgelegt. Wesentliche Kriterien sind der Erstwohnsitz der Familie in Göttingen, die besondere persönliche Situation eines Kindes bzw. seiner Eltern (z.B. Familie wird vom FD Sozialdienst betreut) sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Gewichtung:

  • Kind wird vom FD Sozialdienst vorgeschlagen
  • Kind wird im laufenden Kindergartenjahr schulpflichtig
  • Kind lebt bei einem Elternteil unter Beachtung des Umfangs der Berufstätigkeit
  • Kind lebt bei beiden Eltern unter Beachtung des Umfangs der Berufstätigkeit

Die Kriterien sind §4 der Kita-Ordnung entnommen. Die Kita-Ordnung ist im Kita-Portal hinterlegt oder kann in der Kindertagesstätte vor Ort oder im FD Kindertagesstätten eingesehen werden. Die Kriterien haben seit Anfang 2000 Bestand und es wurden seither keine Änderungen an den Kriterien vorgenommen.

Im September 2019 folgte eine weitere Initiative der CDU-Ratsfraktion hinsichtlich eines Investitionsplans zum Ausbau der Kitabetreuung.

Wir halten euch auf den Laufenden!

Göttingen verschläft Digitalisierung der Kita-Anmeldung

Zu dieser Erkenntnis kamen am Mittwoch, den 20.3.2019 die Gäste der Vortragsveranstaltung zur KiTa-Online-Anmeldung des Kita-Stadtelternrates Göttingen im Holbornschen Haus. Als Referenten waren Lutz Kiefer, Erster Gemeinderat im Flecken Bovenden und Leiter im Amt für Finanzen, Ordnung und Soziales, sowie Frank Tändler, Vertriebsleiter der Little BirdGmbH Berlin, vor Ort und informierten überdie Einführung und Umsetzung eines Kita-Online-Anmeldeportals.

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In ganz Deutschland und mittlerweile auch im Landkreis Northeim und im Flecken Bovenden werden bereits zentrale Online-Anmeldeverfahren mit guter Resonanz der Eltern, Stadtverwaltung und Kita-Träger eingesetzt. Lutz Kiefer zeigte die positiven Folgen eines zentralen Anmeldeportals am Flecken Bovenden auf. Göttingen bleibt allerdings bisher noch ein gallisches Dorf mit einer bisweilen chaotischen, intransparenten und für alle Beteiligten anstrengenden Anmeldeprozedur für die begehrten Betreuungsplätze.  In den Vorträgen kam sehr deutlich hervor, dass ein zentrales Online-Anmeldeverfahren für alle Beteiligten Vorteile bringt:     

  • Personen-bezogene Daten müssen nur einmal in das System eingegeben werden, anstatt verschiedenste Anträge mit immer denselben Fragen auszufüllen und zu verschicken. 
  • Dabei bleibt der gesamte Anmeldeprozess transparent, wodurch ständiges Nachfragen bei Kitas und Stadtverwaltung deutlich reduziert wird.
  • Freie Plätze werden effizienter und vor allem früher verteilt. 
  • Mehrfachvergabe von freien Plätzen wird ausgeschlossen, wodurch Chancengleichheit entsteht. 
  • Wartelisten können von der Verwaltung effektiver bearbeitet werden. Es ist ein Konzept rund um Planungssicherheit und Übersicht über den Bedarf an KiTa-Plätzen. Kritische Fälle, wie jene, die trotz Mehrfachanmeldungen bei den unterschiedlichen Trägern noch heute auf einen KiTa-Platz ab August warten, können schneller versorgt werden.
  • Man kann von Service-orientiertem Arbeiten sprechen, welches nicht nur unötige Bürokratie vermeidet, sondern auch den Trägern und KiTas mehr Raum gibt, um ihre Gruppen nach ihren individuellen Kriterien aufzubauen ohne zeitliche Verzögerungen durch doppelte Platzvergaben.
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Der Kita-Stadtelternrat sieht eine zentrale Online-Anmeldung als deutlichen Gewinn für alle. Das Anmeldeverfahren wird dadurch schneller, transparenter und für alle Beteiligten weniger bürokratisch. Es ist keine Blackbox mehr. Warum die Stadt Göttingen es immer noch nicht geschafft hat, wie andere Kommunen im Umkreis, solch ein Anmeldeportal einzuführen, ist für den Kita-Stadtelternrat  nicht nachvollziehbar, zumal sich die Kosten im Rahmen halten.  Als kinderfreundliche Stadt ist es höchste Zeit, hier nachzuziehen und die Verwaltung der Kinderbetreuung im 21. Jahrhundert ankommen zu lassen.